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Blusenärmel kürzen oder was ist Upcycling?

Im Moment ist in meiner Nähschule Upcycling ein großes Thema. Viele denken dabei zunächst an das Nähen von Taschen aus alten Jeans und vielleicht an ein Kleid, das aus einem Herrenhemd gemacht wurde. Hier ein paar Nähbeispiele von mir.

Anfänglich ging mir das ähnlich. Inzwischen ist für mich auch die Umänderung von Kleidung Upcycling, denn Upcycling heißt, dass Abfallprodukte aufgewertet werden (s. Wiki). Wenn ich nun ein Kleidungsstück vor dem Altkleidersack oder der Mülltonne retten kann und daraus mehr wird, als ein Putzlappen (das wäre Recycling oder auch Downcycling), dann ist das Upcycling.

Heute stelle ich zwei eher einfache Beispiel vor. Die Umänderung zweier Blusen. Die erste Bluse hatte ich gerade neu gekauft und beim Bügeln bemerkt, dass sie ein Loch im unteren Ärmel hatte. Das war mir beim Anprobieren gar nicht aufgefallen. Es war nicht das erste Mal, dass ich in dem Laden etwas mit einem Loch kaufte (es ist ein großes bekanntes „Designer“-Outlet). M. E. kommen die Löcher in die Kleidung, weil die Kunden die Sachen ständig über die Bügel schmeißen und die Verkäuferinnen mit dem Aufräumen nicht nachkommen. Dadurch verhakt sich die Kleidung mit dem Haken eines Bügels und wenn einer unvorsichtig daran zieht, ist das Loch da. Eigentlich sollte man in solchen Läden gar nichts mehr kaufen, aber naja, andere Geschichte… (es ist auch schon wesentlich weniger geworden, ich brauche einfach mehr Zeit zum Nähen, dann kann es von mir aus gerne noch weniger werden 😀 ).

Zunächst zog ich die Bluse an und schätzte ab, bis wohin die neue Ärmellänge gehen sollte. Dies markierte ich auf einer Seite mit einer Stecknadel. Dann zeichnete ich an der mit der Stecknadel markierten Seite die zukünftige Ärmellänge an und im Anschluss Richtung Manschette die Nahtzugabe. Nachdem ich auf der markierten Seite den Ärmel abgeschnitten hatte, nahm ich diesen als Maß für die andere Seite. Wie man auf dem Bild mit der aufgelegten Ärmelmanschette sehen kann, hatte ich zunächst einen Halbarm vorgesehen, als ich aber die Bluse im Anschluss (vor dem Umnähen) anprobierte, sah die Bluse sehr altmodisch aus, weshalb ich beherzt noch ein gutes Stück mehr abtrennte. Nun sind es fast Flügelärmelchen und die Bluse sieht sehr modern aus.

Die zweite Bluse hatte von Haus aus Dreiviertelarm. Bereits beim Kauf hätte ich wissen müssen, dass mir das nicht steht. Auf dem Foto erkennt man es nicht so gut, aber aufgrund meiner Körpergröße wirkt diese Ärmelform bei mir immer, als hätte ich die Kleidung von jemand anderem an. Nachdem die Bluse über Monate ein Schattendasein in meinem Kleiderschrank fristete, kürzte ich auch ihr die Ärmel und trage sie seitdem richtig gerne, da ich das Muster (weshalb ich mir die Bluse überhaupt kaufte) sehr liebe.

Ähnlich will ich zukünftig mit selbstgenähter Kleidung vorgehen. Gefällt mir ein Schnitt nicht (mehr), wird das Teil umgearbeitet. Dabei möchte ich sehr mutig vorgehen. Wenn ich mich verschneide oder verkalkuliere, dann ist das so. Weg kann das Teil immer noch. Ungetragen war es schon vorher. Vor einiger Zeit hatte ich bereits eine komplexere Umarbeitung eines Kleides vorgenommen und es damit vor dem Altkleidersack-Tod gerettet. Als nächstes steht die Umarbeitung meines Overalls an. Auch nach mehrmaligem Tragen werde ich mit ihm nicht warm. Dabei gefällt mir der Stoff ausgezeichnet. Nun habe ich dafür pfiffige Ideen für die Umgestaltung entwickelt und bin gespannt, ob ich sie umsetzen kann 🙂

Verlinkt beim Creadienstag.

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