Maße nehmen Maßband
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Alleine Maße nehmen für Grundschnitt Oberteil

Mein erstes Ziel für 2021 war, mir einen Grundschnitt selbst zu erstellen. Dafür musste ich zunächst meine Maße nehmen. Immer wird geraten, Maße von anderen nehmen zu lassen. Wer die Möglichkeit hat, sollte das auf jeden Fall machen. Am Besten von jemandem, der Erfahrung im Maßnehmen hat. Aber gerade im Moment haben nicht alle die Möglichkeit, jemand anderes zu fragen. Ich würde z. B. normaler Weise meine Nählehrerin fragen, aber die Nähschule hat bereits seit Anfang November 2020 geschlossen.

Inzwischen habe ich drei Bücher, die die Erstellung eines Grundschnittes erklären. Alle haben eine etwas andere Philosophie und benötigen dementsprechend etwas andere Maße. Dies liegt daran, dass sie ihren Grundschnitt unterschiedlich genau konstruieren. Je mehr Maße man nimmt, um so genauer wird später der Grundschnitt.

Während zwei Bücher den Grundschnitt für ein Oberteil bis zur Hüfte konstruieren, wird bei 60 Schnittmuster einfach und schnell zunächst ein Oberteil eines Kleides (bis zur Taille) konstruiert und daraus alle weiteren Schnitte für Oberteile abgeleitet.

Aber nicht nur die Anzahl der Maße variierte, auch wo die Maße genommen werden, unterschied sich. So wurde z. B. die Rückenlänge bei zwei Büchern vom 1. Halswirbel an in der Körpermitte abwärts gemessen. Im Gegensatz dazu riet das Buch Schnittkonstruktion in der Mode, ab der inneren Schulterbeuge zu messen, um eventuelle Krümmungen im Rücken mit zu messen.

Zunächst erstellte ich mir Tabellen, die alle notwendigen Maße für das jeweilige Buch enthalten. Hier als PDF zum Download:

Dann fand ich im Netz den hilfreichen Tipp, dass man mindestens an der Taille ein Gummiband fixieren sollte, ggf. auch noch an anderen Stellen. Dies ist wichtig, da man viele Maße bis oder ab der Taille messen muss und so der Ausgangspunkt für die Messung immer gleich bleibt. Im Link wird Knopfgummiband empfohlen. Ich habe aber normales Gummiband genommen und dies zusammengenäht. Dabei habe ich darauf geachtet, dass es später mit leichter Spannung anliegt, damit es nicht verrutscht. Für die Unterscheidung, habe ich es markiert.

Neben dem Gummiband habe ich mir noch mit einem Maßband mit Schieber (auch Taillenmaßband genannt) beholfen (es gehen auch gelochte mit Haken).

Am einfachsten waren die Umfänge zu messen. Auch hierbei halfen die Gummibänder (beim Anlegen kontrollieren, ob sie genau waagerecht anliegen), denn die Gummibänder verrutschen nicht bzw. nicht so leicht. Somit maß ich die Weiten entlang der Gummibänder. Die Tiefen maß ich der Länge nach zwischen den Gummibändern. Dabei ist es wichtig, dass man gerade stehen bleibt (gar nicht so einfach, wie man auf den Fotos erkennen kann 😆 ). Dies kontrollierte ich permanent im Spiegel. War es möglich, maß ich auf beiden Seiten, einmal um Schiefstellungen aufzudecken, aber auch um zu kontrollieren, ob ich mich nicht vermessen hatte.

Wenn jemand anderes misst, soll man gerade mit locker hängenden Armen stehen, was beim selbst vermessen schwer geht, daher entstehen beim selbst vermessen Ungenauigkeiten. Je kleinteiliger man aber misst, je genauer wird es. Z. B. anstatt die gesamte vordere Länge zu messen erst von Schulter bis zum Brustpunkt und dann von Brustpunkt bis zur Taille. Man kann auch zunächst die volle Länge messen und dann noch einmal kleinteiliger. Dann die geteilten Maße addieren und mit der Gesamtlänge abgleichen, so hat man eine zusätzliche Kontrolle.

Besonders Tricky waren die Maße hinten zu nehmen. Hier half mir mein dreiteiliger Kommodenspiegel, so dass ich auch nach hinten sehen konnte, ohne mich zu schief hinzustellen). Allerdings fehlt bei dieser Methode die eingangs erwähnte Krümmung der Schultern durch das Heben des Arms. Zunächst war ich am Überlegen, im T-Shirt zu messen und dann das Maßband am Halsausschnitt mittels Klammer zu fixieren. Vielleicht geht auch doppelseitiges Klebeband 😀 Ich verzichtete aber auf die Messung der Rundung und plante, evtl. Verbesserungen am Probemodell vorzunehmen.

Einige Maße kann man nicht alleine nehmen, wie z. B. die Rückenbreite, diese kann man sich aber mittels Formeln errechnen: Brustumfang:8+5,5 cm (Formeln aus dem Buch Bekleidung – Schnittkonstruktion für Damenmode). Natürlich sind errechnete Maße nicht so genau, wie gemessene, aber besser als nichts.

Als nächstes zeichnete ich anhand der Maße den Grundschnitt, addierte die Bewegungsweite dazu und nähte daraus dann ein Probemodell. Anschließend korrigierte ich anhand des Probemodells eventuelle Messfehler. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr.

Die Bücher im Einzelnen:
Bücher für Grundschnitt

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