WKSA 2020
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WKSA 2020 – Entscheidung und erste Schritte

Heute geht es an die Entscheidungen der Näherinnen beim Me Made Mittwoch zum Weihnachtskleid-Sew-Along (WKSA 2020). Letzte Woche war ich wieder überwältigt von den ganzen Tipps und Entscheidungshilfen 🙂 Bei meinen Ratgeberinnen lag das Burdakleid #107 aus der burdastyle 09/2020 klar vorne, gefolgt von dem Overall aus der Ottobre 5/2020. Jeweils eine Stimme erhielten das Kleid aus der Nähtrends, das alte Weihnachtskleid in anderem Stoff und das Pulloverkleid aus der Ottobre 5/2018. Keine Stimme bekamen das Shirtkleid aus der Ottobre 5/2017 und das Wickelkleid burdastyle DL6211 (hier noch einmal die Übersicht aller Schnitte).

Wofür habe ich mich nun entschieden?

Seit einiger Zeit versuche ich meine Bestandsstoffe zu reduzieren, was gar nicht so leicht ist! In der Vergangenheit hatte ich sehr viele Spontankäufe getätigt. Dabei sind Abverkäufe ein sehr großes Problem für mich 🙁 Zu Hause sitze ich dann und weiß nicht so recht, was ich mit den Stoffen machen soll, da dann immer irgendetwas fehlt. Mal ist es der entscheidende halbe Meter, mal ein farblich passendes Bündchen oder ein Reißverschluss. Dann gefällt mir ein Schnitt, aber der Stoff ist nicht der, der vorgegeben ist. Manchmal gefällt mir ein Stoff, der mich im Laden überwältigte, nicht mehr usw.

Und weil das so ist, hatte ich für diesen WKSA nur Stoffe gewählt, die schon da waren, um den Berg abzubauen. Es werden also früher oder später alle meine Pläne umgesetzt (so zumindest der Plan 😆 ). Nur eben nicht alle im WKSA.

Zusätzlich hatte ich beim letzten Termin mittels der Stoff- und Schnittzusammenführung meinen weiteren Bestand kräftig aussortiert und mein Nähzimmer aufgeräumt. Das tat gut! Allerdings war ich dadurch am Abend so müde, dass ich eine angefangene Yogahose, an der ich die Taschen für den Overall üben wollte, versaute, da ich die beiden vorderen Hosenbeine zusammennähte 🙁

Ottobre woman 5/2018, Kleid Nr. 14 Rosy Dreams

Nach so einem Erlebnis brauche ich immer ein Mut-Mach-Projekt. Das sind für mich Projekte, die nicht ganz so schwer sind. In letzter Zeit waren es häufiger Masken, die ich immer mal einschob, wenn nichts lief. Diesmal „schob“ ich das Pulloverkleid ein, denn das versprach (neben dem Shirtkleid) recht einfach von der Hand zu gehen. Beim Zuschneiden wurde mir allerdings bewusst, dass der Jersey, den ich dafür vorgesehen habe, wesentlich dünner und dehnbarer ist, als die Vorgabe es vorsah (Sweatstoff). Was tun? Als erstes verzichtete ich auf die Taschen (auch wenn ich sie schon zugeschnitten hatte, aber die drohten den Stoff nach unten zu ziehen) und dann dachte ich über ein Futter nach, damit der Jersey nachher nicht an mir klebt. Im Netz wurde für die Fütterung von Jersey Charmeuse bzw. Wirkfutter empfohlen, was ich bestellte. Außerdem brauchte ich Stoff für die Ärmel, da mein Bestand an Rosenjersey zu gering war. Inzwischen sind alle Teile zugeschnitten. Auch die Abänderung des Ärmels konnte ich lösen. Nun frage ich mich, wie ich bei dieser Ärmelform (Raglan mit einem Abnäher auf der Schulter) das Futter gestalten soll. Da werde ich sicherlich noch etwas Bedenkzeit für brauchen. Also doch nicht ganz so einfach.

Kleid Rosy Dreams Ottobre

Ottobre woman 5/2020, Overall Nr. 7

Als nächstes pauste ich den Schnitt für den Overall in Gr. 44 ab (dabei merkte ich im abendlichen Nähzimmer, dass ich roten Stift bei schwarzer Linie besser sehen kann 😀 ). Von der Oberweite passte das genau, meine Hüfte ist 2 cm breiter als die Vorgabe. Beim Durchmessen des Schnittes und beim Auflegen der Schnittteile auf die zugeschnitten Beine der oben erwähnten Yogahose, die später (richtig 😉 ) zusammengenäht wurden und passten, kam heraus, dass das trotzdem passen müsste.

Bei der Yogahose hatte ich zwei unterschiedliche Herangehensweisen der Taschen ausprobiert. Eine hatte ich in der Nähschule gelernt (funktioniert ähnlich einer Hosentasche, die genaue Beschreibung der gelehrten Methode konnte ich im Netz nicht finden, daher hier ein Link zu der dem ähnelnden Methode). Bei der Methode wurde zunächst der Futterbeutel komplett an die Vorderseite gearbeitet und dann die hintere Naht geschlossen).

Die zweite Variante ist die gängigere. Es werden die Taschenbeutel jeweils rechts auf rechts auf Vorderteil und Rückenteil genäht und dann in einem Schwung mit dem Schließen der Seitennaht mit genäht (erläutert z. B. hier oder hier).

Auch wenn ich die mir gelehrte Methode zunächst frimeliger empfand, musste ich am Ende feststellen, dass sie 1. sauberer und 2. nicht wesentlich schwieriger als die gängigere Methode ist.

Also werden die Taschen des Overalls nach der für mich neuen Methode gemacht. Da der Grundstoff sehr dick ist, werde ich für die Taschen einen etwas dünneren Jersey nehmen. Außerdem werden die Taschenbeutel vergrößert. Die Vorgesehenen sind scheinbar einem Kinderschnittmuster entnommen. Ich würde da nur meine halbe Hand rein bekommen.

burdastyle 09/2020 #107 bzw. #108

Auch den Favoriten aus der Burdastyle 09/2020 pauste ich bereits ab. Dabei fiel mir auf, dass es das gleiche Kleid noch einmal in länger gab (#107 62 cm ab Taille, #108 82 cm ab Taille). Stoff hatte ich 3,38 Meter bei 1,5 Meter Breite. Vermutlich bekam ich mal wieder den Rest vom Ballen 😀 Für das erste Kleid waren 3,10 Meter bei 1,4 Meter Breite angegeben, für das zweite > 4 Meter. Ich entschied mich dafür, das Kleid #108 abzupausen und es etwas kürzer zu machen, so dass ich am Ende zwischen den beiden Kleidern rauskommen werde.

Raus

Welche der vorbereiteten Schnitte ich am Ende fertig habe, weiß ich noch nicht. Ich nähe gerne aus dem Bauch heraus mal an dem einen oder an dem anderen Stück. Aber bei derzeitigem Stand gehe ich davon aus, dass irgendwas schon fertig werden wird. Zur Not stelle ich die Yogahose vor 😆 Die passt ja auf jeden Fall zu diesem Weihnachtsfest 😆 Stelle mich gerade am Weihnachtsmorgen mit dieser Hose, Tee und Sissi im Fernsehen auf der Couch vor. Mehr braucht es für mich Weihnachten eigentlich auch nicht. Schnee wäre noch schön 🙂

Definitiv raus ist das Shirtkleid Nr. 18 aus der Ottobre woman 5/2017. Das habe ich verworfen und werde aus dem Stoff – wie ursprünglich geplant – ein Shirt nähen. Bei näherer Betrachtung gefällt mir der Schnitt nicht so. Auch für diesen Sew Along verworfen habe ich das Kleid #6211, da ich mich für die Sommervariante entschieden habe. Das kommt dann also bei einem MMM im nächsten Jahr. Außerdem werde ich das erneute Nähen des alten Weihnachtskleides burdastyle 12/2017 #120 (mir schwebt eine dunkelblaue Variante in Jersey vor) auf unbestimmte Zeit verschieben. Das Nähtrends Mein Style 2017 Kleid Nr. 33 hänge ich ran, wenn es die Zeit noch zulässt (einzelne Teile davon sind inzwischen auch schon abgepaust).

Nun bin ich gespannt, wie es bei den Mitnäherinnen weiterging.

Die nächsten Treffen sind:

  • 06.12.2020: Auf der Zielgeraden oder noch kurzfristig für was ganz anderes entschieden
  • 20.12.2020: Finale mit ein, zwei oder drei neuen Outfits für den Weihnachtsabend

Die Quellennennungen dienen der besseren Zuordnung des fertigen Stückes (genauere Erläuterung hier). Sie können als Werbung gedeutet werden, sind aber unbezahlt und ohne Beziehungen zur Quelle.

12 Kommentare

  • Barbara

    Ich bewundere Dich ja , wie Du mit soviel verschiedenen Projekten gleichzeitig jonglieren kannst…ich muß immer ein Teil ganz abschliessen, bevor ich mich mit dem nächsten beschäftige. Das Ottobre-Kleid wird sicher toll, und gute Idee, es zu füttern. Ich habe mit Charmeuse noch nicht gearbeitet, weiß aber auch, daß es so empfohlen wird. Wenn Du die Ärmel auch füttern willst, würde ich sie genauso wie den Oberstoff zuschneiden. Aber Du könntest doch auch einfach die Ärmel ungefüttert lassen und nur das Hauptteil füttern?
    Zu Deinen Taschenvarianten kann ich noch eine dritte beisteuern, die ich bei Pingelinge im Kurs gelernt habe: man schließt erst die Seitennähte des Rockes komplett, in den Bereichen, in denen die Taschenbeutel angenäht werden, wird der Maschinenstich auf groß gestellt und an Anfang und Ende verriegelt. Dann näht man die Taschenbeutel auf die Nahtzugaben, die Beutel zusammen und trennt dann die Heftstiche wieder auf. Ist etwas aufwändiger, ergibt aber wirklich einen makellosen Tascheneingriff.
    Auf Dein Burdakleid freue ich mich schon sehr, und auch auf Deinen vielen anderen Projekte!
    LG Barbara

    • V. vom Venn

      Guten Morgen Barbara, naja, ob ich das wirklich kann, ist fraglich. Es liegt auch viel Unfertiges rum und manches wird auch nie fertig, weil es mir irgendwann nicht mehr gefällt bzw. passt. Es ist einfach so, dass ich noch nicht so wahnsinnig näherfahren bin und oft an meine Grenzen stoße und dann meinen Geist etwas lösen muss, bis die Lösung für die Schwierigkeiten über lange Denkprozesse in der Zwischenzeit kommt 🙂 Meine Hoffnung ist ja, dass es mit der Zeit zielgerichteter wird 😀
      Die Ärmel will ich wohl nicht füttern, weil der Stoff etwas dicker ist. Ich weiß auch nicht, ob ich immer Charmeuse nehmen wollte, weil es doch ein fieser Polyesterkram ist, aber wohl gerade für Jersey angemessen, weil ebenfalls dehnbar und eben nicht so klebend.
      Die Methode, die du da erwähnst, habe ich mal irgendwann in den 80ern genäht. Gut, dass du mich erinnerst! Ich glaube, die hatte ich aus einem alten Nähbuch meiner Oma (muss gleich mal gucken gehen 😀 ). Bei Webstoffen ist die sicherlich definitiv die allerbeste Wahl!
      Liebe Grüße Tina

  • Anne von beswingtes Allerlei

    Guten Morgen Tina,

    ich habe schon mit Wirkfutter gearbeitet, allerdings in erster Linie um dem Jersey mehr Halt an der Taille zu geben und das klappt auch sehr gut. Die Ärmel würde ich nicht füttern.

    Dann warten wir mal gespannt ab, was Du am Ende präsentierst, aber so eine Notfallyogahose scheint mir sehr sinnvoll zu sein 🙂

    Herzliche Grüße, Anne

    • V. vom Venn

      Mehr Halt ist natürlich auch ein Argument! Die Ärmel will ich tatsächlich auch nicht füttern. Hihi, ja, so eine Notfallyogahose ist bei der Planung ein unbedingtes Muss 😀
      Liebe Grüße Tina

  • Doro

    Sehr spannend, deine vielen Projekte!
    Ich habe vor einiger Zeit ein Kleid auch mit Charmeuse gefüttert, muss aber sagen, dass ich das nicht noch mal verwende. Das Kleid klebt trotzdem an Leggings oder Strumpfhose und der Stoff läd sich gern statisch auf. Ich habe mir jetzt ganz altmodisch einen Unterrock aus Viskose genäht und bin damit sehr zufrieden …
    Liebe Grüße von Doro

    • V. vom Venn

      Oh, das klingt gar nicht gut und spricht dafür, dass ich das Futter so nähe, dass ich es ggf. noch austauschen kann, wenn der Rest mir gut gefällt. War das Viscosejersey, den du verwendet hast oder glatte Viscose, also quasi Blusenstoff? Vielen Dank und liebe Grüße Tina

  • Schnitt für Schnitt

    Da warst du aber ganz schön fleißig diese Woche! Ich verzettel mich auch gerne bei mehreren Projekten, deshalb mache ich lieber eins nach dem anderen, bei dir scheint das besser zu klappen. Wenn du die Ärmel eh nicht füttern willst, dann wäre es vielleicht am Besten, du doppelst den Jersey einfach mit dem Futter, verarbeitest also beides, als ob es nur eine Lage wäre. Liebe Grüße Christiane

    • V. vom Venn

      Liebe Christiane, ob das am Ende wirklich klappt, werde ich dann sehen, aber zur Zeit verbringe ich, im Gegensatz zu sonst, wirklich viel Zeit zu Hause und damit auch im Nähzimmer 😉 Ja, das ist eine gute Möglichkeit, ich werde das auf jeden Fall in Betracht ziehen. Liebe Grüße Tina

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