Maschinenpark

Keilriemen wechseln Anker Phoenix 603f Automatic

Am Ende des Beitrages stehen die jeweils aktuellsten Informationen. Häufiger erhielt ich Anfragen, wie ich den Keilriemen meiner Anker Phoenix gewechselt habe. Ich beschreibe hier, wie ICH das gemacht habe. Ich bin KEIN Nähmaschinenmechaniker, Nachahmung geschied also auf eigene Gefahr. Wenn jemand noch einen tollen bzw. ergänzenden Tipp für mich hat, freue ich mich sehr. Ich mag den Austausch unter Bastlern, die sich genauso wie ich einfach aus Neugierde an ihre Nähmaschine trauen und keine Angst vor Fehlern und evtl. Folgeschäden haben.

Meine Maschine erstand ich relativ günstig bei ebay-Kleinanzeigen und da sie von vornherein keinen besonders guten Zustand hatte (hier der genaue Bericht), erkor ich sie zu meiner „Lernmaschine“. Allerdings wollte ich nicht auf ihr nähen lernen (das tat ich auf anderen Maschinen), sondern ich wollte ihr Innenleben erforschen.

Der Keilriemen war sehr porös und musste getauscht werden. Ich brauchte eine Weile, bis ich herausfand, wie das gehen könnte. Den Alten bekam ich aufgrund der Materialermüdung sehr leicht ab, aber der Neue stellte mich vor eine Herausforderung (und wenn ich ehrlich bin, dann sitzt immer noch kein wirklich passender Keilriemen drin, dazu aber später mehr).

Hier nun meine Erfahrung. (Durch Klick auf die Bilder werden diese größer.)

Als Erstes musste ich herausfinden, wie der Keilriemen am unteren Ende gelöst bzw. später wieder gespannt werden kann, denn der Weg den Keilriemen unten am Motor einzuhängen, dann über das Handrad zu ziehen und das dann zu befestigen, stellte ich schnell heraus, funktioniert nicht.

Also suchte ich nach einer Lösung den Keilriemen in umgekehrter Richtung aufzuspannen. Nach etlichen Demontagen kam ich endlich drauf: Der Motor ist an zwei Schrauben befestigt, wenn man diese löst (dazu musste ich die Platte, auf dem die Maschine steht, entfernen), dann hat er Spiel.

Nach dem Lösen der Schrauben am Motor setzte ich den neuen Keilriemen in die Kerbe des Handrades und setzte dieses wieder auf (das ging sehr einfach über die Konterschraube auf dem Bild ganz vorne, dich ich einfach los- bzw. wieder festdrehte).

Beim Einsetzen achtete ich darauf, dass sich der Keilriemen beim Festdrehen des Handrades rechts und links innerhalb des Gehäuses befand (natürlich zunächst nicht 😆 , aber nach dem ersten Fehlversuch schon 😉 ).

Dann legte ich um den Keilriemen etwas Strippe, um ihn durch den sehr engen Durchgang in den unteren Teil des Gehäuses ziehen zu können.

Im Anschluss zog ich den Keilriemen über die Führung am vorher gelösten Motor. Durch drehen am Handrad, wurde die Strippe noch oben transportiert und konnte dort problemlos entfernt werden. Im Anschluss zog ich den Motor zu mir, dadurch spannte sich der Keilriemen. Danach befestigte ich den Motor wieder an den beiden Schrauben.

Fertig. D. h. nicht ganz. Diese Vorgehensweise funktionierte nur mit dem Originalriemen (Continental 5×435 ZO+), da dieser etwas Dehnung hat. Der von mir nachgekaufte Riemen bewegte sich keinen Millimeter und somit bekam ich ihn nicht in die Führungsschiene am Motor, da das Spiel des Motors nicht groß genug ist, um den Weg über die seitliche Erhebung der Führung überwinden zu können. Nun bin ich weiter auf der Suche nach dem richtigen Keilriemen für diese Maschine 🙁

Edit 19.08.2020

Wie mir von meinen Anfragenden berichtet wurde, ist der Keilriemen mit der inneren Lauflänge von 435 im Netz nicht zu bekommen. Durch eine Anfrage beim Nähzentrum Braunschweig hatte ich einen erhalten können, doch passte dieser leider nicht. Durch eine Nachfrage bei Continental erhielt ich äußerst freundliche und umfangreiche Auskunft, aber leider konnte man mir nicht helfen, da die Unterlagen für die Aufschlüsselung der alten Maße nicht mehr vorhanden waren. Der Techniker ging aber davon aus, dass die Bezeichnung auf dem Originalriemen (Continental 5×435 ZO+) evtl. nicht die tatsächlichen Maße wiedergibt, da ich den neuen Riemen mit der Innenlänge von 435 trotz Komplettausbau des Motors nicht auf die Maschine bekomme.

Edit 26.08.2020

Auf der Suche nach weiteren Informationen zu dem Originalkeilriemen, stieß ich auf einen Beitrag in einem französischen Forum: http://lamachineacoudre.forumactif.org/t1656-omnia-zz-automatique (Das Forum ist großartig! Es heißt übersetzt: DAS FORUM DER ALTEN NÄHMASCHINEN. Es gibt dort von fast allen alten Nähmaschinen umfangreiche Bildsammlungen der Maschinen von innen und außen.)

Zunächst einmal ist die Bezeichnung der Maschine interessant: Omnia ZZ Automatique. Von der Anker Phoenix gibt es auch einen Typ ZZ, der sieht aber ganz anders aus. Die Bilder der französischen Maschine entsprechen genau der Anker Phoenix Automatic (s. dazu die beiden Maschinen im Vergleich bei Naehmaschinenverzeichnis.de).

Er hatte Keilriemen mit 450 und 465 LI (Innenlänge) versucht. Seine beiden Versuche:

  • CONTITECH® FO-Z 5 x 450 Li largeur : 5,2 mm Épaisseur : 3,4 mm Longueur extérieure : 463,5 mm date 24/02/2012, courroie crantée.
  • CONTITECH® FO 5 x 465 Li largeur : 5 mm Épaisseur : 3,1 mm Longueur extérieure : 472,5 mm date 01/07/2005, courroie lisse.

Der 450 tat es nicht, aber der 465. Der rutschte wohl etwas durch, so dass er das Unterlegen einer Scheibe empfahl. Auch er berichtete, dass sein alter Riemen von Continental eine Dehnung hat.

Der freundliche Techniker von Continental bzw. ContiTech gab mir noch ein paar Tipps, welche Riemen ich probieren könnte. Diese werde ich nun besorgen und dann weiter berichten.

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