Maastricht
Unterwegs

Ein Besuch in Maastricht

Maastricht liegt recht nahe an meinem Wohnort. Von Aachen fährt regelmäßig die Linie 50 für nur 8 Euro nach Maastricht, hin und zurück! (Inzwischen ist es die Linie 350 und die Fahrt kostet etwas mehr: Aktuelle Preise und Fahrpläne können bei arriva.nl abgefragt werden.) Das liegt daran, dass das Verkehrskonzept in den Niederlanden ein anderes ist. Durch die günstigen Fahrtkosten fahren wir nur mit dem Bus nach Maastricht. Auch Zugfahren ist in den Niederlanden wesentlich günstiger, so dass man auch mit dem Zug bequem nach Maastricht reisen kann.

Gestern war ich wieder in Maastricht und habe erstmalig eine Stadtführung mitgemacht. Sehr lohnenswert! So lernt man Maastricht von einer ganz anderen Seite kennen. Im Anschluss besuchten wir noch die Grotten. Außerdem finden in Maastricht regelmäßig Märkte statt. Der größte findet immer mittwochs und freitags auf dem großen Marktplatz statt. Dort gibt es auch regelmäßig Stoffe zu kaufen. Auch an diesem Tag, aber zum Glück sah ich das nicht 😆

Was ich dort noch gesehen hatte, war Guerilla Knitting, allerdings stets unvollendet. Ich frage mich ohnehin, wie die Stricker/innen es schaffen, die Wollstücke zu installieren.

In Maastricht scheint die Angst sehr groß, erwischt zu werden, denn die oft nur kleinen Strickstücke, waren immer nur halb befestigt. Hier ein Beispiel an einer modernen Plastik, die einen Karnevalszug darstellen soll. Es hingen noch weitere Stücke an diversen Laternen, aber immer nur halb.

Richtig schöne Stücke hatte ich auf der Landesgartenschau in Zülpich und im Hafen von Duisburg gesehen. Wobei auf der Landesgartenschau eher die Größe beeindruckte, während mich im Hafen von Duisburg die filigrane Ausarbeitung faszinierte.

Mich fasziniert diese Art des Handarbeitens und ich fände es eine total schwere Übung zum Thema Loslassen, denn die sorgsam gearbeiteten Stücke werden über diese Art der Präsentation permanent in Gefahr gebracht auf übelste Weise entsorgt zu werden. Da hätte ich meine Schwierigkeiten mit.

Auf der Suche nach einer Erklärung für die Herkunft von Guerilla Knitting fand ich diese interessante Seite. Demnach haben die Projekte manchmal politische Aussagen. Oft geht es aber nur um einfache Verschönerungen, wie z. B. bei dieser Gruppe zur Zeit eine Baustellenverschönerung im Vordergrund steht. Alles in allem soll es weibliches Graffiti darstellen und „männliche“ Konstruktionen etwas weicher und bunter erscheinen lassen. Im Gegensatz zu „männlicher“ Graffiti (Häuser besprühen ist tatsächlich eine eher männliche Domäne), zerstört die Form der weiblichen Graffiti nicht das Ursprungobjekt. Das Männliche versucht sich bleibend und nachhaltig zu verankern und das Weibliche strickt drumherum und kann mit einem Scherenschnitt entfernt werden….. Aber irgendwie finde ich den Gedanken gut, dass mit weiblichen Handarbeiten so offensiv an die Öffentlichkeit gegangen wird und ganze Bäume, ja sogar Panzer einfach eingestrickt werden. Ein Hoch auf die Handarbeiten!

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