Outdoor-Jacken nicht ganz fair

Die Anforderungen an eine Outdoorjacke sind sehr hoch. Sie sollte wasser- und winddicht sein, sie muss abriebfest bei schwerem Wandergepäck und leicht sein, Feuchtigkeit von innen nach außen transportieren (atmungsaktiv) und gut passen. Und last but not least wäre eine faire Herstellung wünschenswert.

Das sind eine Menge Dinge, die mich in den letzten Tagen schier zur Verzweiflung getrieben haben. Es gibt z. B. die Green Shape Serie von Vaude, bisher das einzige Produkt, was ich in dieser Sparte fand, dass explizit auf den ökologischen Fußabdruck achten möchte (oder nur eine Marketingstrategie??), außerdem wusste ich aus früheren Recherchen, dass dieses Unternehmen ihre Taschen in Deutschland herstellt und die restlichen Produktionsstätten über die Fair Wear Foundation überprüfen lässt. Aber was tun, wenn es von diesem Hersteller keine 3-in-1-Jacken gibt, die mir passt? Also weitersuchen….

Da so eine Jacke nicht billig ist, wollte ich auch wissen, ob sie wirklich das bietet, was sie verspricht und informierte mich über Stiftung Warentest (der Test ist kostenpflichtig), was die Jacken taugen und machte dabei eine interessante Entdeckung: Es gab nicht nur Noten für die Funktion der Jacken, sondern auch eine – ich nenne sie mal B-Note – für die Produktionsstätte.

Was dabei raus kam, war nicht für alle Firmen löblich. Maier Sports und The North Face verweigerten schlichtweg den Zugang zur Produktionsstätte. Die anderen Hersteller bekleckerten sich auch nicht gerade mit Ruhm, auch oder obwohl andere ebenfalls Mitglieder der Fair Wear Foundation sind. Scheinbar sind die Standards dieses Gütesiegels nicht besonders hoch. Allerdings sei das besser, als gar nichts, schreibt der Spiegel. Eine echt faire 3-in-1-Trekkingjacke scheint es somit nicht zu geben. Und das in einer Sparte, in der sich der Konsument sehr mit der Natur identifiziert und zum Teil bis zu 600 Euro (!) für eine gute Jacke ausgibt. Bei Preisen in dieser Höhe sollte doch mehr drin sein, als ein billiger Mindestlohn in Fernost!

Da mir keine Jacke wirklich gefiel oder passte, laufe ich jetzt erstmal weiter in alten Jacken wandern, die weder wasserdicht noch besonders leicht oder sonstwie technisch ausgestattet sind und hoffe einfach auf den Wettergott 😉 Und wie mir scheint, ist das nicht die schlechteste Wahl, da die technischen Raffinessen der Outdoorjacken nicht ganz ungiftig sein sollen.

Dieser Artikel ist Teil meines Projektes „One Year fair Clothes„. Das heißt, dass ich versuche, ein Jahr nur Kleidung zu kaufen, deren Hersteller fair entlohnt werden. Dafür recherchiere ich über das Thema und verblogge meine Ergebnisse hier. Genaueres habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Die Quellennennungen können als Werbung gedeutet werden, sind aber unbezahlt und ohne Beziehungen zur Quelle. Demnach kann der Artikel im redaktionellen Sinne völlig frei gestaltet und sowohl positive als auch negative Äußerungen über das Produkt beinhalten (mehr dazu siehe hier).


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