Mein Maschinenpark & I

Mit dem Nähen habe ich bereits recht früh angefangen, aber erst seit 2012 das Hobby intensiviert. 

Seit 2015 häkle und stricke ich. Dies habe ich mir ausschließlich durch Blogs und Videos beigebracht. Überhaupt habe ich unglaublich viel übers Internet gelernt. Einen Teil davon will ich mit diesem Blog zurück geben.

Eine weitere Leidenschaft ist das Handwerken. In jungen Jahren habe ich damit sogar Geld verdient. 

Außerdem bin ich Trödlerin (durchaus doppeldeutig zu verstehen), liebe das Reisen, Wandern, schwarzen Humor, Satire, Kabarett und Pop-Konzerte.

Beruflich kümmere ich mich um Finanzen. Handarbeiten ist für mich ein Ausgleich zu meinem theorielastigen Berufsalltag in einer unkreativen Welt im Einheitsbusinessdress.

Nähgeschichte & Maschinenpark

Meine ersten Näherfahrungen machte ich als Kind neben meiner Omi. Sie saß auf einem großen Stuhl vor ihrer Nähmaschine (einer Pfaff Automatic 362) und ich auf einem kleinen Höckerchen daneben. Mich faszinierte besonders das schnelle Nähen mit der Nähmaschine. Aber da ließ mich meine Omi nicht ran, sondern führte mich an das Heften und mit der Hand nähen heran. Es sollte ein Puppenkleidchen werden, das meine Oma bereits ausgeschnitten hatte. Ich sollte es mit der Hand zusammennähen.

In meiner Jugend verwendete ich diese Kenntnisse hauptsächlich für das Verwandeln von Schlagjeans in Röhrenjeans und für das Gestalten von Hosen mittels Flicken und Schnüren. Diese Hosen waren in meiner Schule legendär.

Als ich ca. 19 Jahre alt war, überredete mich eine Freundin zu einem Nähkurs. Da lernte ich endlich die Grundlagen der Nutzung einer Nähmaschine kennen (Einfädeln, Stichauswahl, Oberfaden, Unterfaden etc.). Am Ende hatte ich einen Rock aus Nessel der aus zwei Rechtecken bestand, die an den Seiten geschlossen und oben mit einem Tunnel für einen Gummizug versehen war. Um mich für das Hobby weiter zu begeistern, lieh mir meine Mutter ihre Husqvarna 4121.

Ich entwickelte Haarbänder und verschenkte sie massenweise. Außerdem nähte ich eine Samt-Leggings und zwei Hosen (heute Culotte), die nach dem ähnlichen Prinzip des Rockes genäht waren: 2 Rechtecke, allerdings in der Mitte ein Keil ausgeschnitten, 4 Nähte und oben Gummizug rein.

Einen Versuch einen Blazer zu nähen, gab ich recht schnell wieder auf. Aus dünner Baumwolle ohne Einlagen (ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen und ließ sie weg) wird einfach kein Blazer.

Außerdem nähte ich ein hautenges, schwarzes Pannesamtkleid, das mir unglaublich gut stand. Leider schaffte es das Kleid nicht aus der Haustür, da es komplett aufriss, als ich anfing, mich darin zu bewegen. Ich wusste damals nicht, dass man Stretchstoff nicht mit normaler Nadel im engen Geradestich näht. Mit dieser Herangehensweise hatte ich den Stoff perforiert.

Zwei Jahre später erlaubte mir mein Vater an der Nähmaschine seiner Mutter zu nähen, einer Pfaff 60 mit Pedalantrieb aus den Fünfzigern.

pfaff 602

Darauf nähte ich eine Shorts und eine Weste. Leider hatte ich von der Shorts keine Bilder gemacht, aber die Weste existiert noch und mein Bruder hat mir dankenswerter Weise das Bild zur Verfügung gestellt. Beides gelang mir ganz gut aber danach fehlte mir die Zeit, weiter zu machen.

Weste

Kurz darauf ging die Husqvarna 4121 meiner Mutter komplett in meinen Besitz über.

Husqvarna 4121

Irgendwann bekam meine Freundin ein Baby. Für ihren Sohn entwarf ich einen Teddyschnitt und nähte ihm ein babyfreundliches Exemplar aus Frottee. Der Sohn liebte das Tier. Ab da nähte ich immer, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Kind erwartete wurde, einen dieser Teddys. Aber weiter machte ich nichts (außer einem Sommerkleid, dass wie ein Nachthemd aussah, das ich deshalb nie trug).

Der (vor-)letzte dieser Teddys wurde nicht fertig. Halbfertig lag er bei mir rum, bis mein Bruder ihn bitterlich weinen ließ. Ich erbarmte mich und stellte meinen letzten Teddy dieser Serie 2010 fertig und schenkte ihn meinem Bruder zu Weihnachten. Seither bereist er die Welt und schickt mir immer Fotos 🙂 (Einige Jahre später nähte ich dem Teddy eine Freundin, seit dem schicken sich beide Bilder :D).

Bär

Mit der Fertigstellung des Teddys fing ich an, weitere kleinere Sachen zu nähen.

2012 bekam ich von meinem Mann zu einem besonderen Anlass eine Overlock-Maschine geschenkt (Singer 14SH654) und hatte Arbeit mich in die Welt des Nähens mit der Overlock einzufinden. Eigentlich wollte ich mit ihr mehr Jersey verarbeiten. Das war schon lange mein Traum. Dies dauerte noch eine Weile, aber insgesamt wurden meine Projekte jetzt größer.

Seit 2014 besuche ich regelmäßig Nähkurse, um mein Wissen permanent zu erweitern. Im Nähunterricht nähe ich am Liebsten auf „meiner“ Elna Q6600.

elna

November 2015 hatte die Husqvarna einen irreparablen Schaden, so dass ich mich für eine neue Nähmaschine entschied. Am 25. Mai 2016 zog die Gritzner Tipmatic 1037 bei mir ein.

Gritzner

Im April 2018 zog bei mir die Pfaff 362 meiner Oma ein, nachdem sie durch die Verwandtschaft gereist war und keiner wirklich Platz für sie hatte. Ich hatte den eigentlich auch nicht, schmiss aber kurzerhand einen Schrank raus und platzierte die Nähmaschine im Nähzimmer. Nun nähe ich abwechselnd auf der Gritzner und auf der Pfaff. Die Pfaff surrt wie ein Kätzchen. Allerdings muss ich mich an sie gewöhnen. Sie ist z. B. nicht ganz so einfach einzufädeln wie die Gritzner. Aber ich bin mir sicher, dass sie bald ihre Stärken zeigen wird.

Pfaff 362

Anfang 2019 zog meine Coverlock ein.

Elna easycover

Im September 2019 schenkte mir meine Schwiegermutter ihre Pfaff Varimatic 876. Auf dem Bild erkennt man, dass das die gleiche Baureihe wie meine Gritzner ist. Gritzner hatte die alten Pfaff-Produktionsanlagen dieses Typs aufgekauft und produziert darauf immer noch. Mehr zu der Maschine hier.

Pfaff Varimatic

Außerdem gehört zu meinem Maschinenpark eine zerlegte Anker Phoenix 603. Eigentlich muss nur noch der Keilriemen gewechselt werden, aber nachdem ich zweimal den falschen gekauft hatte, liegt sie erstmal wieder ein Weilchen rum.

Fortsetzung folgt…