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2 Wände neu tapezieren – Teil 3 – Vorbereitende Arbeiten

(Hier geht es zum vorigen Beitrag: Materialliste.)

Los geht´s…..aber immer noch nicht mit tapezieren. Zunächst muss vorbereitet werden:

1. Elektrik demontieren
Alles, was beim Tapezieren im Weg
sein kann, muss abgeschraubt werden, z. B. Antennenanschlüsse,
Steckdosen, Schalter, Lampen, Telefondosen u.s.w. Vorher müssen die
Sicherung raus (und nochmal prüfen, ob der Strom auch wirklich, wirklich, wirklich weg ist!) und vor allem alle offenen Stromquellen genügend absichern (z.
B. auf offene Lampenkabel Lüsterklemmen raufsetzen). Wer sich nicht auskennt,
fragt lieber jemanden, der das kann! Schrauben an der Elektrik ist lebensgefährlich und sollte nur vom Fachmann ausgeführt werden!

Dafür sorgen, dass man alles wiederfindet 😉

2. Alle Schrauben und Nägel raus
Dazu gehören auch die
Dübel von Löchern, die nicht mehr benötigt werden. Dübel entfernt man am besten, indem man eine Schraube nur soweit reindreht, bis sie gerade
packt und dann das ganze wie einen Nagel mit der Zange rauszieht. Wenn
Bohrlöcher noch gebraucht werden (wenn z. B. die Küchenschränke wieder
an der gleichen Stelle hängen sollen), dann entfernt man nur die Schrauben
und später beim Tapezieren dreht man die Schrauben direkt im Anschluss,
nachdem die Bahn geklebt wurde, wieder ein.

3. Alte Tapete runter
Für das Lösen von Tapeten gibt es eine Menge Philosophien vom Spüli im Wasser
über Heißluft und speziellen, sehr teuren Reißgeräten. Vliestapete versucht man in ganzen Bahnen von der Wand zu
bekommen. Das geht in der Regel sehr einfach. Anschließend bleibt eine dünne Papierschicht auf der Wand kleben. Diese
lässt man möglichst intakt auf der Wand kleben, denn die dient als
Makulatur.

Bei allen anderen Tapeten versucht man sie komplett runter zu bekommen, das ist oft leichter, als man denkt.
Erst wenn das nicht geht, nimmt man lauwarmes Wasser und etwas
Spüli und trägt dies mit Hilfe der Quaste großzügig auf
die Tapeten auf. Nach kurzer Einwirkzeit können die meisten Tapeten dann
in großen Stücken runtergerissen werden. Hier liegt die Betonung auf
großen Stücken, daher rate ich von Reißwerkzeugen ab, denn diese
zerstückeln die Tapete unnötig und das Ablösen wird eine elendige
Fisselsarbeit!

Erst wenn das Spülwasser nicht hilft,
kann man dazu übergehen, etwas rabiater dran zu gehen, allerdings auch
dann nicht mit Reißwerkzeugen, sondern mit Spachtel und/oder Schaber.
Damit bekommt man dann wirklich alles runter!

Tapete ablösen

4. Löcher, Risse, loser Putz beheben
Am häufigsten kommen wohl Bohrlöcher vor. Benötigt man diese nicht mehr, füllt man sie mit Tubenspachtel. Das geht einfach und
schnell. Risse kann man auch mit Tubenspachtel füllen, aber auch
mit Rührspachtel oder Maleracryl (ACHTUNG: Never, never, niemals
Silicon!!! An diesem haftet nämlich keine Tapete, außerdem fettet er). Bei losem Putz hilft häufig nur neu verputzen. Dafür
gibt es Mittlerweile jede Menge Materialien, häufig schon vorangerührt. Einfach
mal den netten Baumarktmitarbeiter fragen 😉 Was auch immer ihr nehmt,
lasst es ausreichend trocknen, bevor ihr drüber tapeziert.

5. Wände präparieren
Dabei geht es in erster Linie um die Saugfähigkeit der Wand. Zuviel is nicht gut, weil dann der Kleister aufgesogen wird, zu wenig ist auch nicht gut,
weil sich die Tapete dann nicht mit der Wand verbindet. Auf der sicheren
Seite ist man eigentlich mit Gipskarton, da der genau die richtigen
Eigenschaften hat.

Ist der Putz noch recht neu und
intakt, hilft oft eine einfache Grundierung mit Tapetengrund. Achtung,
nicht zu verwechseln mit Tiefengrund – Tiefengrund ist eine Sperre, d.
h. da saugt dann nichts mehr!

Ist
der Putz sehr trocken und/oder bröckelig, sollte man über eine
Makulatur nachdenken. Eine Makulatur ist eine Untertapete. Früher hat
man dafür Altpapier z. B. alte Druckerzeugnisse oder Zeitungen genommen,
heute gibt es Makulatur auf der Rolle zu kaufen. Bei heller Tapete
würde ich lieber die gekaufte Variante wählen, da bei alten Zeitungen die
Druckerschwärze durchscheinen kann. Möglich ist aber alles. Auch bei
diesem Vorbereitungsschritt genügend Trockenzeit einplanen!


6. Kleister anrühren
Dieser Punkt kann, wenn der Kleister
längere Stehzeit braucht, ggf. auch früher abgearbeitet werden. Auf
jeden Fall ist auf den richtigen Kleister zu achten. Kleister kostet im
Verhältnis zu der Tapete nichts (2 bis 4 Euro pro Packung, je nach Art
und Marke), da ist das rausgeschmissenes Geld, wenn man hier sparen will
und dann Tapete im zehnfachen Wert wegschmeißen kann, weil sie von der
Wand fällt.
Dasselbe gilt für das Anrührverhältnis! Auch hier bringt es nichts, wenn man den
Kleister „verlängern“ will. Die Ersparnis ist vielleicht zwanzig Cent
für einen Liter Wasser, die runtergefallene Tapete kostet aber das Hundertfache!
Also unbedingt den richtigen Kleister und das richtige Mischverhältnis beachten.

Im nächsten Teil geht es endlich ums Tapezieren.

angerührter Kleister

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